Das Blaue Land liegt im oberbayerischen Alpenvorland, etwa 60 Kilometer südlich von München – und wer einmal hier war, versteht sofort, warum dieser Name so treffend ist. Morgens und abends taucht das Licht die Landschaft in viele Blautöne: das Moos, die Seen, die fernen Bergketten des Estergebirges, der Ammergauer Alpen und des Wettersteinmassivs. Das ist keine Frage der Jahreszeit – es ist einfach so, zu jeder Jahreszeit, immer wieder neu.
Es war Franz Marc, der expressionistische Maler und Mitgründer der Künstlergruppe Der Blaue Reiter, der dieser Landschaft ihren poetischen Namen gab. Blau war seine Lieblingsfarbe – für ihn stand sie für Sehnsucht, Tiefe und das Männliche, Geistige. Die wechselnden bläulichen Farb- und Lichtstimmungen der Gegend zwischen Murnau am Staffelsee und Kochel am See inspirierten ihn und seine Künstlerfreunde zu einigen ihrer bedeutendsten Werke. Zusammen mit Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, August Macke und anderen bildete sich hier Anfang des 20. Jahrhunderts eine der folgenreichsten Kunstbewegungen der Moderne – der Expressionismus.
Ein kleines Detail, das diese Verbindung schön auf den Punkt bringt: Den Namen „Der Blaue Reiter“ erfanden Kandinsky und Franz Marc nach eigener Aussage am Kaffeetisch in der Gartenlaube in Sindelsdorf, ganz in der Nähe. „Beide liebten wir Blau“, so Kandinsky, „Marc – Pferde, ich – Reiter. So kam der Name von selbst.“
Heute ist das Blaue Land ein Zusammenschluss der Tourismus- und Verkehrsämter der Gemeinden Murnau, Seehausen, Uffing, Ohlstadt, Riegsee, Großweil, Schwaigen-Grafenaschau, Spatzenhausen und Eglfing – eine überschaubare, aber erstaunlich vielfältige Region. Drei naturbelassene Seen – Staffelsee, Riegsee und Froschhauser See –, das größte zusammenhängende Moorgebiet Mitteleuropas, bedeutende Kunstmuseen, ein lebendiges Freilichtmuseum und eines der renommiertesten Gestüte Deutschlands machen das Blaue Land zu einem Reiseziel, das Kunstfreunde, Naturliebhaber und Erholungssuchende gleichermaßen anspricht.
- Kunstgeschichte hautnah im Schlossmuseum Murnau: Werke von Gabriele Münter, Kandinsky und anderen Expressionisten – und eine herrliche Aussicht vom Schloss auf das Murnauer Moos und die Alpen.
- Das Münter-Haus erkunden: Das charmante Haus mit seinem ungewöhnlichen Mansardenwalmdach und dem wunderschönen Bauerngarten, in dem Kandinsky und Münter lebten und arbeiteten, ist heute ein Museum und einer der stimmungsvollsten Orte im Blauen Land.
- Wanderung durchs Murnauer Moos: Das 32 km² große Moorgebiet ist ein Naturwunder vor alpiner Kulisse – am schönsten zu Fuß auf dem 12 km langen Moos-Rundweg.
- Mit dem Ausflugsschiff über den Staffelsee: Die gemächliche Fahrt zu den sieben Inseln gehört zu den entspannendsten Erlebnissen der Region.
- Franz Marc Museum in Kochel am See: Unverzichtbar für alle, die den Blauen Reiter wirklich verstehen wollen – mit traumhaftem Blick auf Kochelsee und Herzogstand.
- Seilbahnfahrt auf den Herzogstand: Bequem mit der Seilbahn hinauf und dann der kurze, aussichtsreiche Spaziergang auf dem Panoramaweg zum Berggasthaus Herzogstand – mit einem der schönsten Blicke auf Walchensee und die Alpen.
Die schönsten Orte im Blauen Land auf einen Blick
1. Murnau am Staffelsee – Hauptort des Blauen Landes
Murnau am Staffelsee ist das Herzstück des Blauen Landes – und ein Ort, der sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Wer durch die Fußgängerzone mit ihren bunten Fassaden schlendert, spürt sofort das besondere Flair: Die Häuser an Unter- und Obermarkt tragen leuchtende Fassadenmalereien, die Lüftlmalerei trifft hier auf expressionistische Farbenfreude. Kein Zufall – denn Murnau ist untrennbar mit der Geschichte des Blauen Reiters verbunden.
Etwa 12.000 Menschen leben in dem kleinen Markt zwischen Staffelsee, Murnauer Moos und dem Panorama der Alpen. Dass der Ort seit Jahrzehnten auch für Reisende funktioniert, liegt nicht zuletzt an der guten Infrastruktur und der Verlegung der B2 aus dem Ortszentrum heraus, die vor rund 25 Jahren die heutige Fußgängerzone entstehen ließ. Murnau lässt sich bequem zu Fuß erkunden – und eignet sich hervorragend als Basis für alle Ausflüge in der Region.
Schlossmuseum Murnau
Hoch über dem Ort thront das weiße Schloss – und schon der Weg hinauf lohnt sich, denn von der Terrasse öffnet sich ein weiter Blick über das Murnauer Moos auf die Bergketten der Alpen. Im Inneren beherbergt das Schlossmuseum Murnau eine der bedeutendsten Sammlungen expressionistischer Kunst in Bayern: Werke von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin und anderen Mitgliedern des Blauen Reiters sowie der Neuen Künstlervereinigung München sind hier zu sehen. Ergänzt wird die Sammlung durch Exponate zur Hinterglasmalerei – eine bayerische Volkskunst, die die Expressionisten faszinierte und stark beeinflusste – sowie durch wechselnde Sonderausstellungen.
Schlossmuseum Murnau auf einen Blick
Münter-Haus
Ein paar Minuten zu Fuß vom Schloss entfernt steht das Münter-Haus – mit seinem ungewöhnlichen Mansardenwalmdach und einem traumhaften Bauerngarten voller bunter Blumen, wie man ihn sich in Bayern kaum schöner vorstellen kann. Gabriele Münter kaufte das Haus 1909, und von da an verbrachten sie und Wassily Kandinsky hier gemeinsam ihre Sommer. Das Haus wurde schnell zum Treffpunkt der Avantgarde: Franz Marc, August Macke, Alexej von Jawlensky und andere kamen zu Besuch, und hier fanden 1911 die entscheidenden Arbeitssitzungen zum Almanach „Der Blaue Reiter“ statt.
Heute ist das Münter-Haus ein Museum und eines der stimmungsvollsten Orte im Blauen Land. Im Inneren ist noch vieles so, wie es war: das von Kandinsky mit bunten Reitern, Blumen und volkstümlichen Motiven bemalte Treppengeländer, die gemeinsam dekorierten Möbel, die Hinterglasbilder. Man spürt hier, wie gelebt und gearbeitet wurde – und wie diese Landschaft, dieser Ort und dieser Alltag in die Bilder eingeflossen sind.
Münter-Haus auf einen Blick
🍽️ Einkehrtipps in Murnau
- Griesbräu zu Murnau – Traditionsreiches Brauhaus am Obermarkt, seit 1676 Braustätte und seit 100 Jahren in Familienbesitz; bayerische Küche und hausgebrautes Bier in verschiedenen Sorten (Helles, Weißbier, Dunkles und viele Saisonbiere); Ruhetag Mittwoch; kein Tisch nötig, einfach reinsetzen
- Karg Bräustüberl – Gemütliche Brauereigaststätte mit warmem Holzambiente und hübscher Terrasse; hausgebrautes Weizenbier in mehreren Varianten; deftige bayerische Hausmannskost; Ruhetag Montag und Dienstag
- Restaurant Auszeit – Gehobenes Restaurant im Kunst- und Kulturpark; kreative, saisonale Küche mit frischen regionalen Zutaten; große Sonnenterrasse
- Il Duetto – Beliebtes italienisches Restaurant in der Fußgängerzone; Pizza und Pasta in gemütlicher Atmosphäre
- Konditorei & Kaffeehaus Barbara Krönner – Murnauer Institution am Obermarkt; selbstgemachte Kuchen, Torten, Eis und Pralinen; ideal für eine Kaffeepause beim Stadtbummel




2. Murnauer Moos – das größte Moorgebiet Mitteleuropas
Direkt vor den Toren Murnaus beginnt eine der beeindruckendsten Naturlandschaften Mitteleuropas: das Murnauer Moos. Mit rund 32 km² ist es das größte zusammenhängende Moorgebiet nördlich der Alpen – und eines der wenigen in Mitteleuropa, das in seiner Ursprünglichkeit weitgehend erhalten ist. Entstanden am Ende der letzten Eiszeit im Zungenbecken des Loisachgletschers, vereint es heute Niedermoore, Übergangsmoore und Hochmoore auf engstem Raum.
Das Moos ist seit 1980 Naturschutzgebiet und Refugium für viele Tier- und Pflanzenarten, die anderswo längst verschwunden sind: Raubwürger, Wachtelkönig und Kreuzotter sind hier ebenso zuhause wie seltene Pflanzen – der fleischfressende Sonnentau, die Sibirische Schwertlilie oder das Knabenkraut. Im Hintergrund, bei klarem Wetter bis zum Wetterstein- und Estergebirge, öffnet sich ein Panorama, das man so schnell nicht vergisst.
Der beliebteste Weg durch das Moos ist der Moos-Rundweg: gut 12 Kilometer, weitgehend eben und auf befestigten Wegen, mit dem Bohlenweg über die sumpfige „Lange Filze“ als Höhepunkt – ein Holzsteg, der mitten durch die offene Moorlandschaft führt. Startpunkt ist das Ramsachkircherl (auch „Ähndl“ genannt), ein kleines barockes Kirchlein mit Biergarten, das ein schönes Ziel zum Abschluss der Wanderung bietet. An schönen Wochenenden ist der Rundweg gut besucht – ein früher Start lohnt sich. Wer den Weg abkürzen will, kann auch
💡 Tipp: Das Murnauer Moos und seine Bedeutung für Natur und Region werden in meinem Interview-Artikel über Murnau am Staffelsee ausführlich behandelt – mit vielen Hintergrundinformationen vom Gästeführer Jac-Peter Tölkes.
Murnauer Moos auf einen Blick



3. Staffelsee, Riegsee und Froschhauser See – die Seen des Blauen Landes
Die drei Seen des Blauen Landes – Staffelsee, Riegsee und Froschhauser See – zählen zu den wärmsten Badeseen Oberbayerns und entstanden alle in der Würmeiszeit, geformt vom Isar-Loisach-Gletscher. Zusammen bringen sie es auf knapp 1.000 Hektar Wasserfläche.
Staffelsee
Der Staffelsee ist mit 766 Hektar der größte der drei Seen – und der inselreichste See im Alpenvorland: Sieben baumbestandene Inseln verleihen ihm seinen besonderen Charakter. Die größte, die Insel Wörth, ist die einzige dauerhaft bewohnte Insel; archäologische Grabungen belegen eine Besiedlung seit der Keltenzeit, und im 8. Jahrhundert wurde hier ein Kloster gegründet. Die zweitgrößte Insel Buchau ist heute ein autofreier Campingplatz, der nur per Fähre erreichbar ist.
Das moorhaltige Wasser des Staffelsees erwärmt sich durch die geschützte Muldenlage schnell – ideal für Badegäste, Segler, Stand-Up-Paddler und Kanuten. Im Winter verwandelt sich der zugefrorene See in eine riesige Eisfläche für Schlittschuhläufer und Eisstockschützen.
on Mai bis Oktober fährt die MS Seehausen täglich ab mehreren Anlegestellen – unter anderem ab der Anlegestelle Achele in Murnau, wo es direkt am Wasser ein nettes Strandcafé (Selbstbedienung) gibt. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann den Staffelsee auf einem 22 km langen Rundwanderweg umrunden – oder eine der kürzeren Varianten wählen: Die ausgeschilderte, etwa 5,5 km lange Kleine Staffelseeschleife mit See- und Bergblick startet und endet am Seerestaurant Alpenblick, wo du dich anschließend im Biergarten stärken und den großartigen Ausblick genießen kannst. Oder du wanderst in etwa einer Stunde vom Strandbad Alpenblick in Uffing zur Anlegestelle Seehausen – von dort hast du ebenfalls einen besonders schönen Blick über den See, und das Schiff bringt dich bequem zurück.
Staffelsee auf einen Blick
🍽️ Einkehrtipps am Staffelsee
- Seerestaurant Alpenblick, Uffing – gehobenes Restaurant direkt am See mit großartigem Alpenpanorama und fangfrischem Staffelsee-Fisch; der dazugehörige Biergarten bietet klassische Biergartengerichte; Startpunkt der Kleinen Staffelseeschleife
- Burgstüberl, Halbinsel Burg, Seehausen – urige Gaststätte mit Biergarten auf der Halbinsel, auf drei Seiten vom See umgeben; bürgerliche Küche
- Bucht 27, Murnau – Strandkiosk mit schöner Terrasse direkt an der Anlegestelle Achele und am Badeplatz; ideal für eine Pause vor oder nach der Schifffahrt
Riegsee
Östlich von Murnau liegt der ruhigere Riegsee – mit 188 Hektar der zweitgrößte See der Region. Er ist eine Besonderheit unter den bayerischen Seen: Als einziger größerer bayerischer See hat er keinen oberirdischen Zu- oder Abfluss. Sein Wasser stammt ausschließlich aus Grundwasser und Niederschlägen.
Der Riegsee ist vor allem bei Wassersportlern beliebt: Am westlichen Ufer gibt es eine Surfschule sowie einen Bootsverleih. Wer es ruhiger mag, genießt den Blick vom Ufer auf das Zugspitzmassiv – ein Panorama, das auch Künstler und Schriftsteller in die kleine Gemeinde Riegsee gelockt hat. Ein ausgeschilderter Rundwanderweg führt um den See herum und verbindet ihn mit dem benachbarten Froschhauser See.
Riegsee auf einen Blick
Froschhauser See
Der Froschhauser See ist mit nur 16,5 Hektar der kleinste der drei Seen des Blauen Landes – und der stillste. Er liegt in einem Naturschutzgebiet, nur wenige hundert Meter vom Riegsee entfernt, durch eine Straße von ihm getrennt. Motorboote und Badeboote sind nicht erlaubt, was dem See seine Ruhe bewahrt. Wasservögel fühlen sich hier besonders wohl. Einziger Badeplatz ist am Nordufer des Sees, direkt neben einem Parkplatz.
Froschhauser See auf einen Blick
4. Kochelsee – Alpensee mit Panorama und Geschichte
Etwa 15 Kilometer südöstlich von Murnau liegt der Kochelsee – ein Alpensee am Fuß der Berge, der eine ganz andere Atmosphäre hat als der weitläufige Staffelsee. Mit knapp 6 km² Fläche und über 60 Meter Tiefe ist er deutlich kleiner, aber von einer eindrucksvollen Bergkulisse eingefasst: Im Süden erheben sich Herzogstand (1.731 m) und Jochberg (1.567 m) direkt über dem Wasser, während der nördliche Teil in das flache Voralpenland und das Loisach-Kochelsee-Moor übergeht.
Der Kochelsee ist bekannt für seinen häufigen Starkwind, der den Herzogstand herunterweht – was ihn zu einem beliebten Revier für Windsurfer und Kitesurfer macht. Für ruhigere Gemüter gibt es Badeplätze, Bootsverleih, Stand-Up-Paddling und eine Motorschifffahrt, die von Ostern bis Ende September auf dem See verkehrt. Das Schiff hält unter anderem am Walchenseekraftwerk in Altjoch – von dort lässt sich die Rückfahrt wunderbar mit einer Wanderung über den Felsenweg nach Schlehdorf verbinden, einem in 300 Meter hohe Felswände eingesprengten Pfad am Südufer.
Wer es ruhiger mag, spaziert auf dem ebenen Loisach-Moosrundweg ab Bahnhof Kochel durch das Kochelsee-Moor – mit Blicken auf Jochberg, Herzogstand und Heimgarten und vorbei am imposanten Walchenseekraftwerk.
🍽️ Einkehrtipps am Kochelsee
- Seehotel Grauer Bär, Kochel am See – gediegenes Restaurant mit großen Fenstern zum See und schöner Seeterrasse; gehobene bayerische Küche in gemütlicher Atmosphäre; auch als Übernachtungsoption direkt am See empfehlenswert.
- Landgasthaus Fischerwirt, Schlehdorf – gemütliches Landgasthaus mit Biergarten zu Füßen des Klosters Schlehdorf; frischer Fisch aus dem Kochelsee und regionale Spezialitäten; die sensationellen Windbeutel in verschiedenen Variationen sind ein Muss; Ruhetag Montag und Dienstag.
Kochelsee auf einen Blick
💡 Insider-Tipp: Schloss Aspenstein und Georg-von-Vollmar-Akademie
Oberhalb des Kochelsees liegt das Schloss Aspenstein – ein Ort mit bewegter Geschichte. Während der NS-Zeit bewohnte Reichsjugendführer Baldur von Schirach das Schloss mit seiner Familie; nach dem Krieg wurde es enteignet und später zur Bildungsstätte ausgebaut. Heute betreibt die Georg-von-Vollmar-Akademie hier ein Bildungszentrum mit Seminaren zu Geschichte, Politik und Gesellschaft – darunter eine spannende Bildungsreise Auf den Spuren des Nationalsozialismus im Alpenraum. An einer solchen Reise habe ich selbst teilgenommen – ein Erlebnis, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. Mehr dazu in meinem Artikel: Bildungsurlaub mit der Georg-von-Vollmar-Akademie: Erkenntnisgewinn garantiert.
5. Franz Marc Museum – Blauer Reiter am Kochelsee
Hoch über dem Kochelsee, mit weitem Blick auf das Wasser und die Bergkette der Bayerischen Alpen, liegt das Franz Marc Museum – einer der bedeutendsten Orte für die Kunst des Expressionismus in Deutschland. Die Wahl des Standorts ist kein Zufall: Bereits als junger Künstler zog es Franz Marc regelmäßig für Malstudien in die Kocheler Umgebung, und die Landschaft hier – das Licht, die Berge, die Stille – hat sich tief in sein Werk eingeschrieben.
Das Museum wurde 1986 eröffnet und 2008 durch einen markanten Neubau des Zürcher Architekturbüros Diethelm & Spillmann erweitert. Große Fenster rahmen die Landschaft draußen wie Gemälde ein – ein bewusstes architektonisches Konzept, das die enge Verbindung zwischen den Künstlern des Blauen Reiters und ihrer Umgebung sichtbar macht. Der Neubau verbindet sich durch einen Innenhof mit der historischen Villa von 1986.
Die Sammlung geht weit über Franz Marc hinaus: Sie umfasst Werke von Kandinsky, Macke, Klee und anderen Mitgliedern des Blauen Reiters, aber auch Arbeiten der Künstlergemeinschaft Brücke sowie der deutschen Nachkriegsabstraktion – darunter bedeutende Werke der Gruppe ZEN 49, die sich 1949 in der Münchner Galerie Stangl gründete. Ein Skulpturenpark ergänzt die Innenräume nach außen; ein kostenfreier Audio-Guide über die Museums-App begleitet den Besuch.
Direkt am Museum liegt das Café Franz am See – mit hausgemachten Kuchen, Eis und saisonalen Mittagsgerichten und, bei schönem Wetter, Blick auf den Kochelsee.
Franz Marc Museum auf einen Blick
💡 Insider-Tipp: Das Grab von Franz und Maria Marc
Wer dem Künstler des Blauen Landes noch näher kommen möchte, besucht das Grab von Franz und Maria Marc auf dem Friedhof in Kochel am See. Franz Marc fiel am 4. März 1916 in der Nähe von Verdun; er wurde zunächst im Park des Schlosses Gussainville beigesetzt. 1917 ließ seine Frau Maria Marc seinen Leichnam nach Kochel am See überführen – in die Landschaft, die er sein „Blaues Land“ nannte und die sein Werk so tief geprägt hatte. Maria Marc, selbst Malerin und treue Hüterin seines Erbes, wurde nach ihrem Tod 1955 ebenfalls dort bestattet.
Der Friedhof liegt unweit des Ortszentrums von Kochel am See und ist frei zugänglich.
6. Walchensee – der tiefste Alpensee Deutschlands
Wer vom Kochelsee über den Kesselberg fährt, taucht plötzlich in eine andere Welt ein: Der Walchensee liegt auf 800 Metern Meereshöhe, eingebettet in eine felsige Bergkulisse, und leuchtet in einem fast unwirklichen Türkisblau. Mit über 16 km² Fläche und 192 Metern Tiefe ist er der größte und tiefste Alpensee Deutschlands – und einer der wenigen Seen, auf dem Motorboote verboten sind. Das sorgt für eine Stille, die am Staffelsee oder Kochelsee so nicht zu finden ist.
Der Walchensee ist ein Paradies für Wassersportler: Windsurfer und Kitesurfer schätzen den häufigen Föhnwind, der die Berge herunterweht und für verlässlichen Starkwind sorgt. Taucher finden hier bis zu 13 verschiedene Tauchstellen mit außergewöhnlicher Sicht – und dazu Legenden von versunkenen Goldschätzen des Klosters Benediktbeuern. Wer es ruhiger mag, paddelt mit dem Stand-Up-Board über das glatte Wasser oder sucht sich einen der naturbelassenen Badeplätze im Süden und Osten des Sees. Knapp 14 der 27 Kilometer langen Uferlinie sind autofrei und zu Fuß begehbar.
Eine besondere Stellung hat der Walchensee in der Energiegeschichte: Seit 1924 dient er als Wasserspeicher für das Walchenseekraftwerk – das Wasser fällt 200 Höhenmeter durch riesige Rohre hinunter zum Kochelsee und treibt dort Turbinen an. Das imposante Bauwerk kann bei der Schifffahrt auf dem Kochelsee aus der Nähe besichtigt werden.
Walchensee auf einen Blick
💡 Insider-Tipp: Halbinsel Zwergern – Idylle abseits des Trubels
Während das Hauptufer des Walchensees an schönen Tagen gut besucht ist, liegt die Halbinsel Zwergern im Südwesten des Sees meist in stiller Abgeschiedenheit. Startpunkt ist der Parkplatz Einsiedl – direkt neben einer schönen Liegewiese mit Strandbad. Von dort führt ein Weg am Seeufer entlang zur malerischen, denkmalgeschützten Kirche St. Margareth (erstmals urkundlich erwähnt 1344) und weiter zum Zwergern-Spitz, von dem aus man das Treiben der Surfer auf dem See beobachten kann. Auf dem Rückweg lohnt ein Stopp bei der Fischerei Zwergern: Fischsemmel oder Kaffee und Kuchen mit Blick auf den See – mehr braucht es nicht.
Wer möchte, kann den Rundweg durch den Wald über den Katzenkopf-Buckel verlängern. Die Halbinsel ist ein echter Geheimtipp – selbst an Wochenenden trifft man hier kaum andere Wanderer.
Parken: Kostenpflichtiger Parkplatz Einsiedl direkt am Strandbad.
7. Herzogstand und Heimgarten – Panorama über zwei Seen
Wer mit der Herzogstandbahn in nur vier Minuten von Walchensee auf den Fahrenberg (1.600 m) hinauffährt, wird mit einem der schönsten Bergpanoramen Oberbayerns belohnt: Im Norden glitzert der Kochelsee, im Süden der Walchensee – beide auf einmal im Blick, mit den Alpen als Kulisse. Kein Wunder, dass schon König Ludwig II. diesen Aussichtsberg zu seinen Lieblingszielen zählte.
Von der Bergstation führt der Panoramaweg – ein breiter, gut begehbarer Schotterweg – gemächlich um den Fahrenbergkopf herum, vorbei an einer Büste König Ludwigs II., bis zum Berggasthof Herzogstand auf 1.575 Metern. Der Weg ist weitgehend eben und auch für Kinder und weniger geübte Wanderer bestens geeignet. Geologische Infotafeln entlang des Weges erklären die erdgeschichtlichen Besonderheiten des Herzogstands, der während der letzten Eiszeit als sogenannter Nunatak knapp 330 Meter aus dem Gletschereis herausragte. Wer auf dem Rückweg etwas Abwechslung möchte, nimmt den schmaleren Pfad über die Kapelle am Fahrenbergkopf – dieser führt über Wurzeln, Steine und Treppen und erfordert etwas Trittsicherheit, bietet aber weitere schöne Ausblicke.
Wenn du mehr Bergluft willst, steigst du vom Gasthof in weiteren 40 Minuten zum Herzogstandgipfel (1.731 m) auf – mit Aussichtspavillon und einem noch weiteren Panoramablick. Geübte Wanderer können von dort auf dem anspruchsvollen Gratweg zum Heimgarten (1.791 m) weitergehen: ein Bergkamm, der als eine der 100 schönsten Gratwanderungen der Alpen gilt. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind dabei unbedingt erforderlich. Unterhalb des Heimgartengipfels liegt auf 1.785 Metern die bis Mitte Oktober bewirtschaftete Heimgartenhütte – die einzige Einkehrmöglichkeit auf dem Grat, ohne Übernachtung.
Herzogstandbahn auf einen Blick
🍽️ Einkehrtipps am Herzogstand und Walchensee
- Berggasthof Herzogstand, 1.575 m – gemütliches Bergwirtshaus direkt an der Bergstation mit sonniger Terrasse und Blick auf Walchensee und Kochelsee; bayerische Brotzeiten, Kuchen und Getränke; bitte Öffnungszeiten und Ruhetage vorab prüfen
- Strandcafé Bucherer, Walchensee – direkt gegenüber der Talstation der Herzogstandbahn am Seeufer; herrlicher Blick auf den See und die Surfer; selbstgebackene Kuchen und Torten; ideal als Abschluss nach der Seilbahnfahrt
8. Freilichtmuseum Glentleiten – Zeitreise ins ländliche Oberbayern
Hoch über dem Kochelsee, auf einem weitläufigen Hanggelände zwischen Murnau und Großweil, liegt das Freilichtmuseum Glentleiten – das größte Freilichtmuseum Oberbayerns. Auf rund 40 Hektar sind über 70 historische Gebäude aus ländlichen Gebieten Oberbayerns wieder aufgebaut worden: Bauernhöfe, Handwerkeranwesen, Mühlen und Werkstätten, eingebettet in eine nach historischen Vorbildern gepflegte Kulturlandschaft mit alten Nutztierrassen und historischen Obstsorten.
Im Museum sind die Häuser die Exponate – sie erzählen mit ihrer Einrichtung die Geschichte ihrer früheren Bewohnerinnen und Bewohner. Die Arbeitswelt, Bräuche und Traditionen, aber auch die Baukunst mit ihren regionalen Unterschieden werden an der Glentleiten erlebbar. Eingebettet in eine nach historischem Vorbild gepflegte Kulturlandschaft finden sich auf dem weitläufigen Gelände nicht nur begehbare Gebäude, sondern auch Gärten, Wälder und Weiden – auf diesen grasen alte Nutztierrassen und wachsen historische Obst- und Gemüsesorten.
Das älteste Gebäude ist über 430 Jahre alt, eine originalgetreu wiederaufgebaute Gasolin-Tankstelle im 60er-Jahre-Look, die für die Massenmotorisierung und den Wiederaufschwung des Tourismus in der Nachkriegszeit steht. 2026 feiert das Museum sein 50-jähriges Jubiläum – ein halbes Jahrhundert gelebte Alltagsgeschichte Oberbayerns.
Freilichtmuseum Glentleiten auf einen Blick
🍽️ Einkehrtipp Glentleiten
- Alpengasthof Kreut-Alm, Kreut 1, 82439 Großweil – urige Bergwirtschaft in einem alten Klosterbau, ein kurzes Stück die Straße vor dem Freilichtmuseum bergauf; schattiger Biergarten unter mächtigen Linden mit herrlichem Blick auf den Kochelsee und die Bergwelt; bayerische Küche mit regionalen Zutaten; der Kaiserschmarrn nach Großmutter Viktoria’s Art wird frisch zubereitet und ist die Spezialität des Hauses; Ruhetag wetterabhängig, Öffnungszeiten auf der Website prüfen.
9. Haupt- und Landgestüt Schwaiganger – 1.000 Jahre Pferdezucht am Fuß der Alpen
Wer an einem Dienstag-, Mittwoch- oder Donnerstagnachmittag durch das Tor des Haupt- und Landgestüts Schwaiganger in Ohlstadt geht, betritt einen Ort, der aus der Zeit gefallen scheint: weitläufige Stallungen aus dem 19. Jahrhundert, gepflegte Koppeln, Hengste, die durch die Reithalle geführt werden – und im Hintergrund das Alpenpanorama.
Heute ist Schwaiganger das südlichste Staatsgestüt Deutschlands und eine der ältesten Pferdezuchtstätten des Landes – seit über 1.000 Jahren werden hier Pferde gehalten. Heute züchtet das staatliche Kompetenzzentrum für Pferdehaltung und Reiten in Bayern drei Rassen: Bayerisches Warmblut, Süddeutsches Kaltblut und Haflinger. Daneben engagiert sich das Gestüt für den Erhalt vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen, darunter das historische Murnau-Werdenfelser-Rind.
Das Gelände ist täglich von 8 bis 17 Uhr kostenlos zugänglich – im Frühjahr tollen die Fohlen auf den Koppeln, im September findet die große Gestütsschau mit Dressurquadrille und Hengstvorstellung statt. Öffentliche Führungen (ca. 1,5 Std.) finden von Mai bis Mitte Oktober dienstags, mittwochs und donnerstags um 13:30 und 15:00 Uhr statt, ohne Voranmeldung am Brunnen vor dem Hauptgebäude.
Haupt- und Landgestüt Schwaiganger auf einen Blick
10. Kloster Benediktbeuern – 1.250 Jahre Geschichte am Fuß der Benediktenwand
Am südlichen Rand des Loisach-Kochelsee-Moors, mit der markanten Benediktenwand (1.801 m) im Hintergrund, liegt eine der ältesten Klosteranlagen Bayerns. Das klösterliche Leben in Benediktbeuern begann in den 760er-Jahren; nach der Zerstörung durch Ungarn 955 wurde es 1031 neu belebt. Die heutige Barockanlage aus dem 17. und 18. Jahrhundert gilt als eine der prächtigsten Bayerns – mit der Basilika St. Benedikt, dem gotischen Kreuzgang und dem barocken Kapitelsaal als Herzstücke, die im Rahmen einer ca. 60-minütigen Führung besichtigt werden können.
Ein besonderes Highlight ist das Fraunhofer-Museum in der historischen Glashütte des Klosters: Hier forschte der Physiker Joseph von Fraunhofer von 1807 bis 1819 und legte den Grundstein für seine bahnbrechenden Entdeckungen in der Optik. Seit Januar 2026 trägt die Anlage den Namen Don Bosco Kloster Benediktbeuern und vereint geistliches Leben, Jugendbildung und Naturschutz unter einem Dach.
Kloster Benediktbeuern auf einen Blick
Ausflugsziele in der Umgebung des Blauen Landes
Das Blaue Land – und insbesondere Murnau – liegt ausgesprochen günstig: Innerhalb von weniger als einer Stunde Fahrzeit sind einige der bekanntesten und schönsten Reiseziele Bayerns erreichbar. Wer länger in der Region bleibt, hat von hier aus eine ideale Basis für Tagesausflüge in alle Richtungen.
Schloss Neuschwanstein und Füssen (ca. 50 Min.) – Das berühmteste Schloss der Welt – seit 2025 UNESCO-Weltkulturerbe – thront auf einem Felsen über dem Alpsee und zieht jährlich Millionen Besucher an. Tickets müssen vorab online gebucht werden. Wer noch Zeit hat, erkundet die hübsche Altstadt von Füssen und das gegenüber von Neuschwanstein liegende Schloss Hohenschwangau. Ein Abstecher auf den Tegelberg lohnt sich ebenfalls: Von der Bergstation der Tegelbergbahn genießt man einen großartigen Blick auf die bayerisch-schwäbische Seenlandschaft.
Wieskirche (ca. 30 Min.) – Die Wieskirche in Steingaden ist UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eine der schönsten Rokoko-Kirchen der Welt. Das Innere mit seiner überwältigenden Stuckausstattung und den leuchtenden Farben begeistert selbst Besucher, die eigentlich keine Kirchenaffinität haben.
Kloster Ettal (ca. 25 Min.) – Das barocke Benediktinerkloster im Ammergauer Tal ist eine der bedeutendsten Klosteranlagen Bayerns. Die Basilika ist frei zugänglich; im Klosterladen sind die hauseigenen Produkte – Destillate, Käse und Bier – erhältlich.
Schloss Linderhof (ca. 35 Min.) – Ludwigs II. liebstes und einziges zu Lebzeiten fertiggestelltes Schloss liegt in einem romantischen Hochtal bei Ettal und ist wie Neuschwanstein Teil des UNESCO-Welterbes Die Schlösser König Ludwigs II. von Bayern. Es lohnt sich, einen halben Tag einzuplanen, denn im weitläufigen Schlosspark gibt es viel zu entdecken, wie etwa die Venusgrotte und das Marokkanische Haus. Hier herrscht deutlich weniger Trubel als bei Neuschwanstein, besonders wenn du die Wochenenden meidest.
Oberammergau und Laber-Bergbahn (ca. 30 Min.) – Das weltberühmte Passionsspieldorf begeistert mit seiner außergewöhnlichen Lüftlmalerei und seinen Holzschnitzereien. Die Laber-Bergbahn fährt auf den Laber (1.686 m) mit einem grandiosen Rundumblick über die Ammergauer Alpen.
Garmisch-Partenkirchen, Eibsee und Zugspitze (ca. 40 Min.) – Der Eibsee mit seinem türkisfarbenen Wasser und den vorgelagerten Inseln gehört zu den schönsten Seen Bayerns. Von hier fährt die Eibsee-Seilbahn direkt auf die Zugspitze (2.962 m) – Deutschlands höchsten Gipfel. Garmisch selbst lohnt sich für einen Bummel durch die Fußgängerzone mit historischen Lüftlmalerei-Häusern.
Mittenwald (ca. 45 Min.) – Das malerische Geigenbaudorf an der österreichischen Grenze besticht durch seine prächtigen Lüftlmalereien, das weltbekannte Geigenbaumuseum und die Karwendelbahn, die auf 2.244 Meter hinaufführt.
Bad Tölz (ca. 35 Min.) – Die historische Marktstraße mit ihren bunt bemalten Häusern ist eine der schönsten Altstadtstraßen Bayerns. Bad Tölz ist außerdem bekannt für die Alpamare-Therme und das jährliche Leonhardifahrt-Fest.
Starnberger See und Buchheim Museum (ca. 50 Min.) – Der Starnberger See ist einer der größten und bekanntesten Seen Bayerns. In Bernried liegt das Buchheim Museum der Phantasie – ein außergewöhnliches Expressionistenmuseum direkt am Seeufer, das die Sammlung von Lothar-Günther Buchheim (auch bekannt als Autor des Romans „Das Boot“) beherbergt und thematisch wunderbar zum Blauen Reiter passt. Hinweis: Das Museum wurde nach Erweiterungsarbeiten im Mai 2026 wiedereröffnet; die Gesamtwiedereröffnung aller Bereiche ist für Herbst 2026 geplant. Aktuelle Infos auf der Website.
Praktische Reisetipps für das Blaue Land
Anreise
Mit der Bahn: Das Blaue Land ist von München aus hervorragend mit dem Zug erreichbar. Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) fährt stündlich vom Münchner Hauptbahnhof nach Murnau – die Fahrzeit beträgt ca. 70 Minuten. Von Murnau aus sind viele Sehenswürdigkeiten bequem mit dem Bus oder Fahrrad erreichbar. Kochel am See ist ebenfalls per Bahn erreichbar (Linie München–Kochel, ca. 75 Min.).
Mit dem Auto: Von München über die A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen, Ausfahrt Murnau/Kochel. Die Fahrzeit beträgt je nach Verkehr ca. 60–75 Minuten. Achtung: An schönen Sommerwochenenden kann die A95 Richtung Murnau sehr voll sein – ein früher Start lohnt sich.
Beste Reisezeit
Das Blaue Land ist das ganze Jahr über reizvoll. Die beste Reisezeit ist von April bis Oktober: Im Frühling blüht das Murnauer Moos und die Fohlen im Gestüt Schwaiganger tollen auf den Koppeln, im Sommer locken die Seen zum Baden und Wassersport, und der Herbst verzaubert mit klarer Bergluft und leuchtenden Farben. Wer kann, sollte die bayerischen Schulferien meiden – insbesondere die Sommerferien (Mitte Juli bis Anfang September) und die Pfingstferien bringen deutlich mehr Besucher in die Region, die Parkplätze an den Seen und beliebten Ausflugzielen sind dann schnell belegt.
Unterkünfte
Das Blaue Land bietet Unterkünfte für jeden Geschmack und Geldbeutel – von der kleinen Familienpension bis zum Fünf-Sterne-Naturresort.
In Murnau:
- Alpenhof Murnau* – Das einzige Fünf-Sterne-Hotel der Region liegt direkt am Murnauer Moos mit Alpenpanorama, Wellnessbereich, zwei Außenpools und dem Restaurant Murnauer Reiter. Mehrfach ausgezeichnet, u.a. als eines der „101 besten Hotels Deutschlands“. Die ideale Wahl für einen Verwöhn-Urlaub im Blauen Land.
- Hotel Post Murnau* – Mitten in der Fußgängerzone von Murnau, in einem denkmalgeschützten Jugendstilgebäude, das einst König Ludwig II. auf seinem Weg nach Schloss Linderhof passierte. Persönliche, familiäre Atmosphäre; ideal für alle, die zu Fuß alles erkunden möchten.
Geheimtipp für den schmaleren Geldbeutel:
- Haus Andre (Pension zum Bichlbauer) – Gemütliche Familienpension in ruhiger Lage in Riedhausen, dem Ortsteil von Seehausen am Staffelsee, nur wenige Gehminuten vom Murnauer Bahnhof und ca. 10 Minuten zu Fuß von der Murnauer Fußgängerzone entfernt. Herzliche Atmosphäre, selbstgemachte Marmeladen zum Frühstück – ein echter Geheimtipp für alle, die das Blaue Land ohne großes Budget erleben möchten.
In Kochel am See:
- Seehotel Grauer Bär*– Direkt am Kochelsee mit großen Fenstern zum See und schöner Seeterrasse; gehobene bayerische Küche im Restaurant. Die ideale Basis für Ausflüge zu Franz Marc Museum, Walchensee und Herzogstand.
Kulinarische Besonderheiten
Die Küche des Blauen Landes ist bodenständig-bayerisch – aber mit einigen regionalen Besonderheiten, die es anderswo kaum gibt. Frischer Fisch aus Staffelsee und Kochelsee steht auf vielen Speisekarten: Renke, Saibling und Forelle werden direkt von lokalen Fischern angeliefert. Brotzeiten mit Obazda, Radi und frischem Bauernbrot gehören zum Standardrepertoire jedes guten Biergartens. Wer Süßes liebt: die Windbeutel im Fischerwirt in Schlehdorf und der Kaiserschmarrn auf der Kreut-Alm nach Großmutters Rezept sind ein Muss. Und wer das Blaue Land mit allen Sinnen erleben möchte, trinkt ein Glas lokales Bier aus einer der beiden Murnauer Hausbrauereien – beim Griesbräu oder im Karg Bräustüberl – oder einen Hausschnaps aus dem Klosterladen in Benediktbeuern.
Fazit: Das Blaue Land – mehr als eine Landschaft
Das Blaue Land ist eine Region, die sich nicht aufdrängt. Keine Touristenmassen, keine überlaufenen Hotspots – sondern Seen, Moore, Berge und eine Kunstgeschichte, die man hier mit Händen greifen kann. Wer einmal verstanden hat, warum Kandinsky, Franz Marc und Gabriele Münter immer wieder hierher zurückkehrten, sieht die Landschaft anders: das weiche Licht am Morgen, das Blau der Berge am Horizont, die Stille über dem Moos.
Die Region bietet eine seltene Kombination: Sie ist klein genug, um in wenigen Tagen viel zu erleben, und groß genug, um immer wieder Neues zu entdecken. Und mit den vielen Ausflugzielen in der Umgebung – von Neuschwanstein bis zum Walchensee, von Oberammergau bis zum Starnberger See – ist das Blaue Land ein idealer Ausgangspunkt für eine Woche oder mehr im bayerischen Voralpenland.
Mein persönlicher Tipp: Komm nicht nur für einen Tag. Lass dir Zeit, spaziere durch Murnau ohne Programm, sitz abends im Biergarten und schau auf die Alpen. Das Blaue Land entfaltet seinen Zauber langsam – und wirkt lange nach.



0 Kommentare