Da für heute schlechtes Wetter vorhergesagt war, entschloss ich mich, nach Stuttgart zu fahren und mal wieder das Württembergische Landesmuseum im Alten Schloss zu besuchen, über das sich eine Freundin kürzlich begeistert geäußert hatte. Ich erinnere mich dunkel, dass ich da mal mit der Schule war – also vor rund 45 Jahren.
Die Bahn hat heute auch wieder gestreikt – ich frage mich langsam, wofür ich seit drei Monaten ein 49-€-Ticket bezahle, das ich bisher genau einmal nutzen konnte – und das auch nur, um nach Stuttgart zu fahren. Entweder wird gebaut oder gestreikt – jedenfalls war Bahnfahren im Südwesten dieses Jahr noch so gut wie gar nicht möglich.
Also fahre ich mit dem Auto. In Stuttgart angekommen, stelle ich fest, dass mein übliches Parkhaus – das Breuninger-Parkhaus – abgerissen wird. Ich gurke also erstmal eine Weile durch die Innenstadt, bis ich im Parkhaus des Dorotheen-Quartiers unterkomme.

Vom Parkhaus gelange ich direkt ins Dorotheen Quartier. Gegenüber vom Parkhaus-Ausgang entdecke ich den Eingang zu einem Supermarkt – den kannte ich noch gar nicht. Wie praktisch – da werde ich nachher noch einkaufen, bevor ich nach Hause zurückfahre.

Auf dem Weg zum Alten Schloss komme ich an der Markthalle vorbei. In der 1914 eröffneten Jugendstil-Halle gibt es nicht nur Köstlichkeiten aus aller Welt – sie ist auch eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stuttgarter Innenstadt.

Auf dem Schillerplatz werden gerade die letzten Marktstände abgebaut. Der Schillerplatz ist mein Lieblingsplatz in Stuttgart. Er wurde in den 1950er-Jahren originalgetreu restauriert und gilt als einer der harmonischsten Renaissance-Plätze Süddeutschlands. Im Sommer sitzt es sich schön auf der Terrasse der Alten Kanzlei.

Die Magnolienbäume auf dem Schlossplatz sind heute ein beliebtes Fotomotiv der Stadtbesucher. Auch ich freue mich über die Frühlingsboten.

Das Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss präsentiert archäologische Funde und die Kunst- und Kulturgeschichte des Landes von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Auch die Kronjuwelen der Württemberger sind ausgestellt.

Das helle, moderne Café Dürnitz im Foyer des alten Gemäuers ist bei den Museumsbesuchern sehr beliebt. Im Sommer kann man seinen Kaffee im lauschigen Innenhof des Alten Schlosses trinken.

Mein Rundgang durch die württembergische Geschichte führt von den Eiszeitkunst-Funden der Schwäbischen Alb, Grabfunde aus der Bronzezeit, die Römerausstellung, kostbare Grabbeigaben aus der Merowingerzeit über sakrale Kunstwerke des Mittelalters wie den Talheimer Altar bis zum Kronschatz der württembergischen Könige. Danach muss ich mich erstmal stärken und entscheide mich für den leckeren Mohnkuchen und einen Cappuccino im Café Dürnitz, wo jetzt Hochbetrieb ist.

Trotz anderslautender Vorhersagen ist es trocken geblieben. Ich mache noch einen Spaziergang über den Schlossplatz. Vom historischen Musikpavillon hat man den besten Blick über den ganzen Platz mit dem Neuen Schloss, der Jubiläumssäule und den Springbrunnen. Kein Wunder, dass der Schlossplatz als einer der schönsten Plätze Europas gilt.

Für mich gibt es keinen Stuttgart-Besuch ohne einen Abstecher in den Oberen Schlossgarten. Wie an vielen Seen in der Umgebung haben auch hier die Nilgänse das Regiment übernommen. Der Park ist eine Oase mitten in der Stadt, gesäumt von historischen Gebäuden wie dem neoklassizistischen Opernhaus.

Ich gehe am Opernhaus vorbei zur Hauptstätter Straße, um noch schnell ein Foto von der Neuen Staatsgalerie zu machen. Das von James Stirling entworfene Gebäude gilt als eines der bedeutendsten Werke postmoderner Architektur in Deutschland.

Bevor ich zurück nach Hause fahre, decke ich mich in der Markthalle mit Käse und Trauben fürs Abendessen ein. Bei all den Köstlichkeiten, die hier angeboten werden, fällt die Wahl schwer.

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